Physician Assistant (PA)

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Ein Physician Assistant (PA) ist ein akademisch qualifizierter Gesundheitsberuf, der Ärztinnen und Ärzte in Praxis, MVZ und Klinik unterstützt. In Deutschland arbeitet der PA nicht eigenverantwortlich ärztlich, sondern übernimmt delegierbare ärztliche Tätigkeiten unter ärztlicher Verantwortung und Supervision. Er ist weder mit einer allgemeinen medizinischen Assistenz noch mit einer Medizinischen Fachangestellten (MFA) gleichzusetzen, sondern ein eigenständiger akademischer Gesundheitsberuf. Zudem ist der Physician Assistant vom Assistenzarzt bzw. Arzt in Weiterbildung zu unterscheiden: Anders als dieser ist der PA kein approbierter Arzt, sondern übernimmt delegierbare Aufgaben in einem ärztlich geleiteten Team.

Typische Aufgaben und Einsatzfelder eines Physician Assistant

Typische Aufgaben eines Physician Assistant reichen von standardisierter Anamnese hin zu Qualitäts- und Risikomanagement-Maßnahmen sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Versorgung. Für Praxen und Krankenhäuser ist das besonders interessant, weil Ärzte von Routineaufgaben entlastet werden, ohne dass die ärztliche Letztverantwortung aufgegeben wird.

Aufgaben eines Physician Assistant

  • Erhebung standardisierter Anamnesen
  • Durchführung körperlicher Untersuchungen und Assessments
  • Mitwirkung bei Diagnostik, Therapieumsetzung und Monitoring
  • Übernahme von Wundmanagement sowie delegierbaren Maßnahmen wie Zugängen, Injektionen und Verbänden
  • Unterstützung bei Operationen und Notfallmaßnahmen
  • Mitwirkung bei Visiten, Patientenkommunikation und Fallbegleitung
  • Übernahme von Dokumentations-, Kodierungs- und Koordinationsaufgaben
  • Unterstützung des Qualitäts- und Risikomanagements

Typische Einsatzfelder eines Physician Assistant

  • stationär: Visiten, OP-Assistenz, postoperative Betreuung, Diagnostik und Eingriffsassistenz
  • ambulant: strukturierte Abläufe, Befundmanagement, Patientenkoordination und vorbereitende Unterstützung ärztlicher Entscheidungen

Welche Ausbildung haben Physician Assistants?

In Deutschland erfolgt die Qualifizierung in der Regel über ein Bachelorstudium. Die Bundesärztekammer ordnet das Berufsbild ausdrücklich dem Hochschulniveau zu und beschreibt PA als akademischen Gesundheitsberuf. Im Positionspapier 2025 weist sie zugleich darauf hin, dass Studieninhalte und Tätigkeitsrahmen bislang nicht vollständig einheitlich sind und eine weitere Professionalisierung nötig bleibt.

Zu den typischen Studieninhalten gehören medizinische Grundlagen wie Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie, Anamnese und körperliche Untersuchung, Diagnostik, Therapiegrundlagen, Dokumentation, Qualitätsmanagement, Digital Health, Recht, Berufsverständnis und interprofessionelle Zusammenarbeit. Das BÄK-Papier nennt außerdem praktische Ausbildungsanteile, Logbücher und Kompetenznachweise.

Es gibt in Deutschland sowohl weiterqualifizierende Modelle für Personen mit Gesundheitsberuf als auch primärqualifizierende Studienangebote.

Warum gibt es den Beruf Physician Assistant?

Der PA-Beruf entstand als Antwort auf Versorgungsengpässe, steigende Komplexität und den Wunsch nach klarer Aufgabenverteilung im medizinischen Team. Um Ärzte bei delegierbaren Aufgaben zu entlasten und die Patientenversorgung in Klinik und Praxis effizient zu unterstützen, wurde mit dem PA ein eigener akademischer Gesundheitsberuf entwickelt.

In Deutschland ist der Physician Assistant vor allem als Teil eines ärztlich geleiteten Versorgungsteams eingeordnet. Im Vordergrund steht dabei nicht die eigenständige ärztliche Tätigkeit, sondern die Übernahme delegierbarer Aufgaben. Nicht delegierbar bleiben höchstpersönlich ärztliche Leistungen sowie Leistungen, die gesetzlich dem Arzt vorbehalten sind. Ein Arzt trägt in der Arbeit mit einem PA insbesondere Auswahl-, Anleitungs- und Überwachungspflichten, während der PA die Übernahme- und Durchführungsverantwortung für die übertragene Aufgabe trägt.